• Nie Znaleziono Wyników

G. Fenner, Zur Nebelkatastrophe im Industriegebiet in der Nähe von Lüttich. (Vgl

VI. Glas; K eram ik; Zem ent; Baustoffe

J. H. D. Bradshaw, Das Qlasig-Emaülieren von Gußeisen. Vf. bespricht die Herst. der zu emaillierenden Gußstücke, sowie deren geeignete Zus., ferner die Zu­

bereitung der Emaille u. den Zusatz verschiedener Metalle, um verschiedene Färbungen zu erzielen. Außerdem wird das Aufträgen der Emaille beschrieben, das entweder auf trockenem Wege durch Bestauben der erwärmten Gußstücke, oder auf nassem Wege durch Eintauchen der Gußstücke in die fl. Emaille u. naehheriges Brennen er­

folgt. Es werden auch einige neue Methoden des Emaillierens geschildert, die ein Brennen bei niedrigeren Tempp. ermöglichen u. ferner den sog. Majolicaeffekt erzielen lassen. (Foundry Trade Joum . 44. 123—24. 129. 5/2. 1931.) Ed e n s.

Walter Kerstan, Blasenbildung und Nadelstiche auf nassem Gußeisenemail. (Vgl.

C. 1931. I. 2916.) Vf. untersucht die Gußeisensorten vor u. nach der Emaillierung an Hand von Schliffbildern. Physikal.- Fehler des Eisens u. ungenügende Reinigung können die angeführten Fehler verursachen, ebenso eine falsche Zus. der Grundfritte u. ungeeignete Temp. u. Einbrennzeit. (Ceramie Ind. 16. 366— 69. April 1931.

Köln.) Sa l m a n g.

Angelo Castiglioni, Ammoniumhydroxyd als Ausflochmgsmittel fü r Tonsuspen­

sionen. Nach Verss. lassen sich Tonsuspensionen sehr gut durch Zusatz von NH3 aus­

flocken, wobei jede Rk. m it dem CaS04 der Absetzformen ausgeschaltet ist, wie sie sonst bei Verwendung von Na2C03 oder Na-Silicat eintritt. (Industria chimica 5.

1465—68. Dez. 1930. Turin.) ~ Gr i m m e.

Mart. I. Stam, Einteilung von Tonvxiren. Da man in Holland meistens deutsche u. französ. Bezeichnungen für aus Ton gewonnene Erzeugnisse anwendet, ohne immer zu wissen, was eigentlich gemeint ist, schlägt Vf. eine nach steigender H ärte geordnete

3386 H yIII. Me t a l l u r g i e ; Me t a l l o g r a p h i e u s w. 1931. I.

Einteilung vor: „ k l e i g o e d “ (Töpfereierzeugnisse, Schmelzwaren), weich u. porös;

„ h a r d k 1 e i g o e d“ (Steingut), h art u. porös; ,,s i n t e r k 1 e i g o e d “ (Stein­

zeug, gres), gesintert u. nicht porös; „ p o r c e i e i n “ (Porzellan), glasig bis trans­

parent. (Chem. Weekbl. 28. 198. 21/3 . 1931. Den Haag.) Ku n o Wo l f.

A. Steopoe, Rumänische Trasse, ihre Reaktionsfähigkeit und technischen Eigen­

schaften. (Zugleich Bemerkungen über die Barytzahl.) Die Erprobung der Eignung eines Trasses gibt nur dann brauchbare Werte, wenn sie unter denselben Bedingungen wie in der Praxis vorgenommen wird, vor allem mit wenig W. Vf. verwirft daher die Best. der akt. Si02 mit Barytwasser. Die Bindung von Kalk an Trass ist zunächst äußerst locker u. durch W. zersetzlich, wird dann langsam fester, wie Vf. durch Verss.

beweist. Hierzu waren 30 Stdn. nötig. Die rumän. Trasse erwiesen sich als reaktions­

fähiger als die deutschen. (Tonind.-Ztg. 55. 436— 38. 13/4. 1931. Bukarest.) Sa l m äNG.

Joseph Toth, Budapest, Emailleähnliche Überzugsmasse fü r Gebrauchsgegen- stände o. dgl. Die M. besteht aus einer ¡Mischung von 100 Teilen MgCl2-Lsg., 5 bis 10 Teilen Aceton, 10 Teilen Dextrin u. 90 Teilen MgO. (Dän. P. 39 373 vom 13/1. 1927, ausg. 1 5/10. 1928. Ung. Prior. 14/1. 1926.) Dr e w s.

D. Szöke, Mezötür (Ungarn), Glas- (Quarz-) Papier wird hergestellt, indem man feinkörnigen Quarz zum Glühen erhitzt u. abkühlt. Hierauf mischt man 1 Gewichtsteil des so vorbehandelten Quarzes m it 9 Teilen Leim u. 2 Teilen Schellack u. erhitzt dieses Gemenge solange, bis eine zusammenbackende M. erhalten wird. Die M. wird getrocknet, zerrieben, nach Korngröße gesichtet u. nach bekannten Methoden auf geleimtes Papier aufgetragen (Ung P. 88 507 vom 14/7. 1924, ausg 15/10. 1930.) G. K.

Alva W. Tyler, San Francisco, Calcinieren von Gips. Feinverteilter Rohgips wird bei geeignetem Druck m it auf die erforderliche Temp. überhitztem W.-Dampf behandelt. An Stelle des W.-Dampfes kann auch ein anderes geeignetes Gas verwendet werden, das über die Calcinierungstemp. des Gipses erhitzt wurde. Das Verf. wird kontinuierlich ausgeübt. (A.P. 1798857 vom 3 1 /8 . 1925, ausg. 3 1 /3 . 1931.) Dr e w s.

Silica Brick & Engineering Co., Illinois, übert. von: Carl Mendius, Riverside, Herstellung von Kunststeinen. Mit einer fein gekörnten Hochofenschlacke mischt man geringe Mengen (510 °/0) von Kalk u. einen hohen S i0 2-Geh. aufweisende Stoffe, formt in feuchtem Zustand, preßt unter hohem Druck in die gewünschte Form u. setzt die M. mehrere Stdn. der Einw. hochgespannten W.-Dampfes aus. (A. P. 1554639

vom 6 /5 . 1924, ausg. 2 2 /9 . 1925.) Dk e w s.

P. G. Galachow, U. S. S. R . , Verfahren zur Herstellung poröser Kunststeine.

Zement bzw. die Bestandteile des Betons werden m it einer Lsg. vermischt, die aus Seifenschaum, Tischlerleim oder Gelatine oder Eiweißstoffen, wie Albumin, u . Wasserglas besteht. (RuSS. P. 12 879 vom 1 0/11. 1928, ausg. 3 1/1 . 1930.) Ri c h t e r.

Johan Sigismund Fasting, Kopenhagen, Herstellung von Zement-Betongemischen.

Der für die Mischung verwendete Zement wird zuvor zu größerer Feinheit als sonst gemahlen, wobei man gegebenenfalls Mahlkörper, z. B. Kies o. dgl., verwenden kann.

(Dän. P. 39 311 vom 2 /7 . 1926, ausg. 1/1 0 . 1928.) D re w s.

P. G. Galachow, U. S. S. R ., Herstellung eines Mittels zum Wasserdichtmachen von Beton. Man vermischt eine wss. Lsg. aus Schmierseife u. Tran m it der gleichen Menge Tischlerleim. (Russ. P. 11873 vom 2 6 /1 0 . 1928, ausg. 3 0 /9 . 1929.) Ri c h t e r.

N. V. Koninklijke Stearine Kaarsenfabriek Gouda, Gouda, Asphalthaltiger Straßenbelag. Bei der Herst. von Straßenbelag unter Verwendung von Schotter o. dgl.

m it wss. Bitumenemulsionen wird zunächst die Straßenoberfläche m it Emulsionen imprägniert, bevor man die Mischung von Schotter u. Emulsion aufbringt. Zum Im ­ prägnieren benutzt man z . B. eine Schmelze von 600 kg Asphalt mit 15 kg Harz, welche m it 50 1 W., welches die zur Verseifung nötige Menge Alkali enthält, angerührt wird. Danach gibt man noch 320 1 W., in dem 15 kg Leim enthalten sind, zu. Den eigentlichen Straßenbelag erhält man aus 100 kg Schotter m it 20 kg Asphaltemulsion.

(Dän. P. 39162 vom 16/5. 1927, ausg. 2 7 /8 . 1928. Holl. Prior. 15/6. 1926.) Dr e w s. Erich Knoche, P raktische Beiträge zur prothetischen K eram ik. Leipzig: G. Thieme 1931.

(43 S.) 4°. = Deutsche Zahnheilkunde H . 80. M. 4.80.

V3XE. M etallurgie; M etallographie; M etallverarbeitung.

Herbert M. Boylston, Fortschritte der Eisen- und Nichteisenmetallurgie im Jahre 1930. D ie Ü b e r s ic h t z e r f ä llt in : H o c h o fe n , G ie ß e re i, S iE M E N S -M A R T lN -S tähle, S ta h l­

1931. I. H ^ ,,. Me t a l l u r g i e; Me t a l l o g r a p h i e u s w. 3387

bleche, Kohlung,Nitrierung, korrosionsbeständiges Fe u. Stahl,Fe-Si-Legierungen, 0 2 im Stahl, Nichteisenlegierungen u. a. (Fuels and Furnaces 9. 19—31. Jan. 1931.) Wi l k e.

Otto Stein, Einiges über die Berechnung dąs Metallausbringens bei Erzaufbereitungs- vorgängen. Vf. stellt Formeln für das Metallausbringen bei Verss. auf, u. der sich ergebende Unterschied wird an einer Reihe von Beispielen festgestellt. Es zeigt sich, daß die allgemein für kontinuierlich arbeitende Betriebe verwendete Formel m = c(a — b)/a (c — &), wo a, b, c = Geh. von Aufgabegut, Konzentrat u. Bergen, un­

geachtet der Vers.-Verluste m it genügender Genauigkeit angewendet werden kann.

Es werden ferner Formeln für das Metallausbringen bei Verb. von Laugung u. Flotation aufgestellt u. auf ihre Genauigkeit untersucht. (Metall u. Erz 28. 140—43. März

1931.) ^ Ku n o Wo l f.

Will H. Coghill, Trennung von feinen Erzaufbereitungsprodukten durch eine be­

sondere Methode der Erzwäsche. Schwierigkeiten bei der Flotation von Bleiglanz, über die Ga u d i n, Gr o h u. He n d e r s o n (vgl. C. 1931. I. 1153) berichten, können nach Ansicht des Vf. durch Behandlung des Erzes mit einer sehr verd. Na2Cr20--Lsg., die mit H 2S 0 4 angesäuert ist, behoben werden. (Ind. engin. Chem. 23. 447—48. April 1931. Rolla, Mo., Mississippi Valley Exper. Station, U. S. Bur. Mines.) Ed e n s.

A. M. Gaudin, J. 0 . Groh und H. B. Henderson, Trennung von feinen Erz­

aufbereitungsprodukten durch eine besondere Methode der Erzwäsche. In Erwiderung auf den Vorschlag von Co g h i l l (vgl. vorst. Ref.), Bleiglanz durch Behandlung mit Na2Cr20 7 geeigneter für die Flotation zu machen, teilen Vff. ihre Einwände gegen dieses Verf. m it u. bevorzugen eine Flotation in Aceton an statt in W. — Ferner be­

schreiben sie eine neuartige Apparatur zur Flotation mit Aceton. (Ind. engin. Chem.

23. 448. April 1931. Butte, Mont., Mastana School of Mines.) Ed e n s.

G. Teufer, Über Betriebserfahrungen in der Kupfererzflotationsanlage der Minus do Valle do Vouga, Portugal. Vf. beschreibt die Schwierigkeiten, die ein Flotations­

betrieb unter primitiven Verhältnissen u. bei ungünstigen Schwimmeigg. des Erzes bieten kann. Das Erz der Minas do Valle do Vouga ist ein komplexes Erz (Kupferkies, Zinkblende, Schwefelkies). Die Schwierigkeiten bildeten: Unregelmäßigkeit in der Aufgabe, starke Verwitterbarkeit des Erzes, verschiedenartiges Verh. des Erzes der einzelnen Abbauorte, zu hoher Si02-Geh. der Konzentrate. Die Zus. des Gruben­

haufwerkes w ar: 2,5—3% Cu, bzw. 8—9% Kupferkies, 1—2% Zn, bzw. 1,5—3%

Zinkblende, 70% Si02, 80—100 g Ag/Tonne, 12% Schwefelkies. Mangels Absatz­

möglichkeiten mußte man sich auf die Herst. eines Kupferkieskonzentrats beschränken, m it Drückung der Blende auf 8% Zn u. Gewinnung von so viel Pyrit, als ein annehm­

barer Cu-Geh, noch zuließ. Es gelang, durch Ersatz des Solventnaphtha durch T-T- Mischung u. Aerofloat den S i02-Geh. zu drücken u. das Silberausbringen zu erhöhen, so daß Konzentrate hergestellt wurden m it: 15—17% Cu, 8—9% Zn, 10—12% S i0 2, 33% S, 23% Fe, 480 g Ag/Tonne. Das Ausbringen war: 88—90% Cu, 75—78% Zn, 65% Ag. Im Gegensatz zu dem m it Solventnaphtha erhaltenen zähen Schaum führte die Anwendung von Aerofloat u. T-T-Misehung zu einem dünnen Schaum, der sofort zerfiel. Diese Flotationsmittel wirken außerdem wesentlich selektiver als Solvent­

naphtha. (Metall u. Erz 28. 125—28. März 1931.) Ku n o Wo l f.

Otto Huppert, Das Wälzverfahren. Vf. beschreibt Apparatur u. Arbeitsweise des Wälzverf. (Chem. Apparatur 17. 265—67. 280—81. 10/12. 1930.) Co h n.

J. E. Fletcher, Einige neue Gesichtspunkte über Schmelz- und Umschmelzprozesse.

Vf. nimmt an, daß im Hochofen zunächst das Erz oberhalb der Windformen reduziert u. dann bis zur eutekt. Zus. aufgekohlt wird, daß dann in zweiter Linie die Red. von S i02„ MnO u. P20 5 vor sich geht, wodurch die Bestandteile Si, Mn u. P in das Roh­

eisen gelangen. Im dritten Stadium wird dann das Roheisen durch die Berührung m it dem Koks bzw. m it CO-Gas wieder aufgekohlt, wobei die Temp. im Ofen eine große Rolle spielt. Der Einfluß einer niedrigen Ofentemp., die Art des Auftretens von C im Roheisen, ob gebunden oder als Graphit, das Entstehen von Garschaum­

graphit werden erörtert, ferner wird die Anwendung der Erkenntnisse auf die Herst.

von Gußeisen im Kupolofen erörtert. (Foundry Trade Journ. 44. 175—76. 195—97.

211— 13. 227—29. 26/3. 1931.) ‘ Ed e n s.

E. Adamson, Hochofenreaktionen. (Vgl. vorst. Ref.) Einwände zu der Arbeit von J. E. Fl e t c h e r. (Foundry Trade Journ. 44 236. 2/4. 1931.) Ed e n s.

Geo E. Rose und F. M. Washburn, Mischgase zur Beheizung von Siemens-Martin- Öfen. (Blast Furnace Steel Plant 18. 1476—79. 1621—23. Okt. 1930. Wisconsin Steel

Works.) Pf l ü c k e.

3388 HTin. Me t a l l u r g i e; Me t a l l o g r a p h i e u s w. 1931. I.

Albert Herberholz, Die Überwachung des Luftüberschusses bei Siemens-Martin­

öfen. Gegenüber der Überwachung des C 02-Geh. der Abgase oder der zugeführten Luftmenge bietet die Messung des 0 2-Geh. der Abgase besondere Vorteile. Es wird ein selbstregistrierender App. zur 0 2-Best. beschrieben u. die zweckmäßige Anbringung am Ofen erörtert. Durch Verss., die auf zwei Hüttenwerken durchgeführt wurden, wurde festgestellt, daß der günstigste 0 2-Geh. der Abgase hinter den Kammern 2 bis 4% betrug. Bei diesen 0 2-Gehalten wurden die besten Schmelzleistungen u. die nied­

rigsten Wärmeverbrauchszahlen beobachtet. Der Verlauf der Vers.-Schmelzen wird beschrieben u. in Schaubildem dargestellt. (Arch. Eisenhüttenwesen 4. 461—68. April 1931. Peine, Ber. Nr. 206. Stahlwerksausschuß, V. d. E.) Ed e n s.

Walter Baukloh und Robert Dürrer, Uber den Sauerstoffabbau des Eisenoxyds und des Eisenoxyduls mit festem Kohlenwasserstoff im Vakuum. Im Anschluß an die Erörterung früherer Arbeiten wird auf die besondere Bedeutung des Diffusionsproblems für die Rk. der Eisenoxyde mit festem C eingegangen. Es werden Verss. beschrieben, die mit böhm. u. Acheson-Graphit an FeO u. Fe20 3 im Vakuum durchgeführt werden.

Hierbei wird festgestellt, daß ein kurvenmäßig zu erfassender Sauerstoffabbau beim FeO erst oberhalb 700°, beim Fe20 3 oberhalb 300°, jedoch erst oberhalb 700° bis zum metall. Fe erfolgt. Unterhalb 700° erfolgt der Sauerstoffabbau beim FeO auch bei 50 std. Vers.-Dauer nur bis zu einem Grenzwert. Der böhm. Graphit reagiert bei den Verss. schneller als der Achesongraphit. Durch Auswertung der erhaltenen Kurven nach den Diffusiongesetzen wird nachgewiesen, daß die Red.-Vorgänge durch einfache Diffusionsvorgänge beherrscht werden. (Arch. Eisenhüttenwesen 4. 455—60. April 1931. Berlin, Mitt. Eisenhüttenm. Inst. T. H. Berlin.) Ed e n s.

Heinrich Hanemann, Über den Kohlenstoffgehalt in der 7j-Pha.se. Vf. bespricht zunächst an Hand von Gefügeunterss. die Erscheinungen beim Anlassen von Abschreck- troostit, wobei festgestellt wird, daß der Zementit zwar das Bestreben hat, sich ein­

zuformen, daß aber keine Neigung zum Abwandern aus dem Troostit besteht. Die Diffusionsvorgänge während des Anlassens von gehärtetem Stahl werden erörtert.

Ferner werden dann noch Verss. ausgeführt über die Verteilung des C zwischen der r]- u. y-Phase, wobei durch Abschreckverss. nach schneller Erhitzung von r;-Nadeln neben Austenit gezeigt wird, daß die r\- u. y-Phase von vornherein einen ver­

schiedenen C-Geh. haben müssen. (Arch. Eisenhüttenwesen 4. 485—86. April 1931.

Berlin, M itt. Metallograph. Metallkundl. Inst. T. H. Berlin.) Ed e n s.

Heinrich Hanemann, Karl Herrmann, Ulrich Hofmann und Angelica Schräder, Uber die Vorgänge bei der Ausbildung des Martensilgefüges. Nach einer Be­

sprechung der Gefügebestandteile, die im Martensitsystem auftreten, wird über die Herrichtung von Proben zur röntgenograph. Unters, gehärteter Stähle, sowie über die Ergebnisse dieser Unterss. berichtet. Es wird festgestellt, daß der mkr. festgestellte, als 7] bezeiehnete Bestandteil primär m it der tetragonalen Phase im gehärteten Stahl übereinstimmt. Beim Anlassen auf 110° ändert sich der Feinbau der jj-Phase u. weist ein gestörtes a-G itter auf, obwohl im Gefügebild eine Änderung der Form nicht auf- tritt. Diese Erscheinung wird als Pseudomorphose gedeutet, eine Eig., die auch für die $-Phase gilt, da sich im Ätzbild eine eigene Krystallform zeigt, während im Röntgen­

bild ein gestörtes a-Eisengitter gefunden wird. Ferner wird gefügemäßig nachgewiesen, daß erst bei der 2. Martensitumwandlung Fe3C gebildet wird, während der Zustand zwischen der 1. u. 2. Martensitumwandlung ein gestörtes a-Eisengitter m it eingelagerten u. adsorbierten C-Atomen enthält. (Arch. Eisenhüttenwesen 4. 479—84. April 1931.

Berlin, Mitt. Metallograph. Metallkundl. Inst. T. H. Berlin.) Ed e n s.

Rudolf Vogel und Erich Martin, über das ternäre System Eisen-Kohlenstoff - Vanadin. Das System Fe—V weist ein abgeschlossenes y-Feld auf, m it einer maxi­

malen Löslichkeit von 1,8% V. Die magnet. Umwandlung wird durch V-Zusatz zu höheren Tempp. verschoben u. konnte bis zu 32% V verfolgt werden. Im System V—V4C3 konnte nur dieses Carbid nachgewiesen werden; Doppelcarbide treten im System Fe—V—V4C3—Fe3C nicht auf. Es wird das Idealschaubild dieses Systems besprochen, die Krystallisation der ternären Schmelzen sowie die Umwandlungen im festen Zustand — die a-y-Umwandlung der ternären Mischkrystalle u. die Ausschei­

dung der Carbide — werden erörtert. An Hand von Gefügeunterss. bei 8 Schnitten wird dann das Realschaubild aufgestellt, das 2 Vierphasengleichgewichte aufweist, ein ternäres Eutektikum bei 1095° u. 81,8% Fe, 6,2% C, 12% V bestehend aus Fe3C, V4C3 u. einem ternären Mischkrystall mit 3,4% C u. 0,5% V, ferner ein ternäres Eutektoid bei 700°, bestehend aus Fe3C, V4C3 u. einem Mischkrystall m it 0,2% C u. 0,8% V.

1931. I. H vm . Me t a l l u r g i e; Me t a l l o g r a p h i e u s w. 3389

In V-Stählen sind folgende Gebiete zu unterscheiden: V-arme Stähle, die einen binär zusammengesetzten Perlit aus Fe3C u. ternärem Ferrit aufweisen, ferner V-reiche Stähle, die entweder einen ternären Perlit aus Fe3C, V4C3 u. einen ternären Ferrit auf­

weisen oder bei noch höherem V-Geh. wieder nur einen binär zusammengesetzten Perlit aus V4C3 u. ternärem Ferrit aufweisen, böi denen also kein Fe3C mehr auftritt. Steigende V-Mengen verlangsamen den Perlitzerfall, beschleunigen aber die Carbidausscheidung, wodurch die größere H ärte V-reicher Stähle bedingt ist. (Arch. Eisenhüttenwesen 4.

487—95. April 1931. Göttingen, Mitt. Metallograph. Labor. Phys.-Chem. Inst.

Univ.) " Ed e n s.

W. H. Bleeke, Kalkstein im Kupolofen. Guter Kalk für den Kupolofen besteht zu 95°/o aus CaC03 u. nicht mehr als 2% SiO„, soll h art sein u. soll möglichst wenig Verunreinigungen enthalten, da diese m it verschlackt werden müssen. Die erforder­

liche Menge Kalkstein richtet sich nach den zu verschlackenden Verunreinigungen des chargiertem Materials; der Kalkstein sollte zweckmäßigerweise in abgemessenen Mengen zugegeben werden, u. zwar immer nach dem Roheisensatz bzw. vor dem Koks­

satz. (Foundry Trade Joum . 44. 182. 5/3. 1931.) Ed e n s.

H. H. Shepherd, Teinpergußeisen aus dem Kupolofen. Nach einer Besprechung der Gießformen, der Kerne u. der erforderlichen Eigg. des Kemsandes, wird auf die Verwendung von Abschlagformkästen, sowie auf die hierbei verwendeten Formsand­

arten eingegangen. Die Prüfung des Sandes, insbesondere auf seine Durchlässigkeit, wird kurz erörtert. Ferner wird dann auf die geeignete Zus. des Tempergußeisens ein­

gegangen, wobei der Einfluß des C-, Si-, S-, Mn-, P- u. Cr-Geh. kurz gestreift wird.

Außerdem wird auf das Sehmelzverf. u. auf den Einfluß des Satzkokses, der Gattierung u. der Windzuführung eingegangen. Das Probenehmen für Zerreiß- u. Torsionsfestig- keitsbestst. wird gestreift. Schließlich wird das Glühen der Gußstücke u. die Nach­

prüfung der fertigen Stücke kurz erörtert. Diskussion. (Foundry Trade Joum . 44.

83—84. 102—04. 109. 125—29. 12/2. 1931.) Ed e n s. G. Unterhuber, Etwas über Temperguß. Es wird der ungünstige Einfluß des S auf den Temperprozeß besprochen. F ür die Qualität des Tempergusses ist die richtige Führung des Kupolofens von Wichtigkeit. Die hierbei maßgebenden Gesichtspunkte werden angegeben, insbesondere die geeignete Zusammenstellung der Gattierung aus weißem u. grauem Eisen. Fpmer werden die Vorteile einer Nachbehandlung der Schmelze in einem Ölflammofen angeführt. (Zentral-Europ. Gießerei-Ztg. 4. Nr. 3.

1—4. März 1931. Graz.) Ed e n s.

W. Schilken, über den Einfluß verschiedener Bearbeilungsverfahren auf das Gefüge in der Randzone von Gußeisen. Es wird der Einfluß verschiedener Bearbeitungsverff., wie des Drehens, Reibens, Schleifens, Honens (Ziehschleifen von Hohlzylindem), Läppens (Oberflächenfertigbearbeitung von zylindr. Teilen), auf den Verschleiß von Zylinderbüchsen untersucht. Es wird erkannt, daß der Gefügeaufbau maßgebend für die Zerstörung der Randzone ist. Der Einfluß von Ferrit, Perlit, Graphit, Graphit- eutektikum u. Phosphideutektikum bei den einzelnen Bearbeitungsarten wird unter­

sucht. (Mitt. Forschungsanstalten Konzerns Gutehoffnungshütte 1. 92—100. April 1931. Maschinenfabrik Eßlingen, Meltingen.) Ed e n s.

F. C. Edwards, Prüfung von Gußstücken. In Ergänzung der üblichen Prüfverff.

für Gußstücke, die nicht immer das Verh. im Betrieb richtig wiedergeben, wird be­

schrieben, wie man durch Prüfung der fertigen Gußstücke unter den im Betrieb vor­

kommenden Beanspruchungsbedingungen fehlerhafte Konstruktionen u. falsche Ver­

teilung des Metalles erkennen kann. An Hand eines Beispieles wird gezeigt, wie sich durch solche Unterss. viel Material sparen läßt u. wie sich manche Konstruktion ver­

bessern läßt. Zum Schluß wird noch kurz auf die Prüfung des Roheisens eingegangen.

(Foundry Trade Joum . 44. 207—10. 19/3. 1931.) Ed e n s.

Th. Klingenstein, Weitere Untersuchungen über den Einfluß der Zusammensetzung und des Gefügeaufbaues a u f den Verschleiß von Gußeisen. (Vgl. C. 1 9 3 1 .1. 999.) Es wird zunächst eine neuartige Vers.-Einrichtung zum Prüfen von Gußeisen auf Abnutzung beschrieben, ■wobei der Einfluß der Prüfgeschwindigkeit u. der Prüfbelastung berück­

sichtigt wird. An 3 verschiedenen Gußeisensorten (weicher Maschinenguß, Zylinder­

guß für schwächere u. solcher für stärkere Wandstärken) wird zunächst der Einfluß der H ärte auf den Verschleiß beim Arbeiten von Gußeisen auf Gußeisen untersucht;

die absolute H ärte ist nur ein relatives Maß für die Abnutzung. Maßgebend ist der Härteunterschied zwischen dem arbeitenden u. dem festen Gußteil. Der Verschleiß ist am günstigsten beim Härteunterschied 0. Ist der arbeitende Teil härter als der

3390 H vm . Me t a l l u r g i e; Me t a l l o g r a p h i e u s w. 1 9 3 1 . I .

ruhende, dann sind die Abnutzungsverhältnisse besser als im umgekehrten Falle. Im weiteren Teil der Arbeit wird dann der Einfluß von C u. der Graphitausbldg., ferner des Si, Mn, P u. S, außerdem des Ni u. Cr, sowie von Cr neben Ni erforscht. Schließ­

lich wird der Einfluß höherer Tempp. u. der Oberflächenbeschaffenheit auf den Ver­

schleiß untersucht. (Mitt. Forschungsanstalten Konzerns Gutehoffnungshütte 1. 80 bis 92. April 1931. Maschinenfabrik Esslingen, Meltingen.) Ed e n s.

Franz Pölzguter, Über die Stahlerzeugung im kernlosen Induktionsofen größerer Bauart. Vf. beschreibt eine Ofenanlage m it 300 KW Generatorleistung u. einer Fre­

quenz von 500 Hertz, bestehend aus zwei abwechselnd betriebenen Öfen von 500 u.

1000 kg Schmelzgewicht. Vf. erörtert die Konstruktion der Öfen u. die Ofenzustellung, den Stromverbrauch je kg Einsatz u. die Erzeugung je Stde. im Vergleich zu Licht­

bogenöfen gleicher Größe. Ferner werden die metallurg. Eigg. beider Ofenarten bzgl.

der Form des Einsatzes u. der durchführbaren Arbeitsweisen verglichen. Die Bad­

bewegung im Induktionsofen ist für die Durchführung von gewissen Frischarbeiten von Bedeutung. Die Abnahme von C, P, Mn, Si u. S bei bas. u. saurer Ofenzustellung wird in Diagrammen in Abhängigkeit von der Zeit wiedergegeben. Die Schlacken­

führung für Entphosphorung, Entschwefelung u. Feinung wird besprochen. Zum Schluß werden die Anwendungsmöglichkeiten des kernlosen Induktionsofens erörtert.

(Stahl u. Eisen 5 1 . 513—20. 23/4. 1931. Bochum, Ber. Nr. 207 Stahlwerksausschuß,

V. d. E .) Ed e n s.

Hubert Bennek, Chemische Zusammensetzung, Formgebung und Wärmebehandlung des Stahles. In einem zusammenfassenden Vortrag werden der Einfluß der üblichen Begleitelemente C, P, Si, S u. Cu, ferner der Einfluß absichtlich zugesetzter Legierungs­

elemente, wie Mn, Ni, Cr, Mo usw. auf die Festigkeitseigg. u. Kerbzähigkeit von Fluß­

stahl erörtert. Ferner wird der Einfluß verschiedener Formgebung (Warmwalzen, Kaltwalzen, Schmieden) u. verschiedener Wärmebehandlung (Glühen, Normalisieren, Härten, Vergüten) auf die Eigg. unlegierter u. legierter Stähle kurz besprochen.

(Wärme 54. 300—04. 25/4. 1931. Essen.) Ed e n s.

A. R. Page, Einige Versuche über die Fallhärte von Schnelldrelistählen bei höheren Temperaturen. Nach Beschreibung einer neuen Apparatur zur Best. der Härte von Stählen bei höheren Tempp., wobei die Beziehungen zwischen dem erzeugten Eindruck u. der Brinellhärte erm ittelt werden, werden an einem >Schnelldrehstahl mit 0,6% C, 14% W, 3,5% Cr u. 0,25% V Verss. durchgeführt, um den Einfluß der Prüftemp. zu untersuchen. Der Stahl wird im gehärteten Zustand untersucht, wobei festgestellt wird, daß ein kleines Minimum bei einer Prüftem'p. von 400° u. ein Maximum bei 550°

vorhanden ist; ist der Stahl nicht genug durchgehärtet vor dem Anlassen, so liegt die Härte etwas niedriger als im vorhergehenden Fall. Wird der Stahl von richtiger Temp.

gehärtet u. dann angelassen, so fällt die H ärte nur ganz langsam bis zu einer Prüftemp.

von nahezu 600°, um dann erst schnell abzufallen. (Metallurgia 3 . 85—86. Jan.

1931.) " Ed e n s.

Heinrich Hanemann und Angelica Schräder, Die Ätzung mit alkalischer Natrium­

pikratlösung und ihre Anwendung zur Erforschung der Anlaßvorgänge im gehärteten Stahl. Das Ätzverf. nach Le Ch a t e l i e r m it einer alkal. Natriumpikratlsg. beruht im wesentlichen auf der Wrkg. des Ätznatrons. Vf f. untersuchen, wie die Ätztemp.

u. Ätzdauer auf die Entw. der verschiedenen Gefügebestandteile im Stahl einwirken.

Fe3C wird in jeder Form, auch im Absclirecktroostit, dunkel gefärbt, wobei die Ätzung

Fe3C wird in jeder Form, auch im Absclirecktroostit, dunkel gefärbt, wobei die Ätzung