K arl S ch iel, D er moderne Kupolofen. V ortrag über die neuesten Systeme.

(Stahl u. Eisen 28. 624—28. 29/4. [19/3.*] Köln.) B l o c h . John T. Thompson, B e r W ert von Faulbecken in Kläranlagen fü r Sielwässer.

Vf. bespricht ausführlich die in den Knostropw erken angestellten Verss. zur Be­

handlung der Sielwässer der S tad t Leeds in Faulbecken und die G ründe, die zur

V erw erfung dieser A rt der V orreinigung geführt haben. (Journ. Soe. Chem. Ind.

27. 3 1 6 -2 3 . 15/4. [25/2.*].) Rü h l e.

J. E . P u r v is und R . M. C o u rta u ld , D ie Zersetzung u n d Nitrifikation von Kanalwasser in alkalischer Lösung u n d in destilliertem Wasser. D ie Versa, w urden im H inblick au f die F ra g e angestellt, ob in die See eingeleitete K analw ässer schneller nitrifiziert w erden, wenn sie alkal. Rk. oder neutrale Rk. besitzen. Zum Vergleich w urden Versa, m it K analw asser, das durch destilliertes W . entsprechend verd. w ar, ausgeführt. Eine W rkg. der Salze des SeewasBers a u f die Zers, der A bw asserbestandteile hinsichtlich deren A bbau, bezw. N itrifikation tr itt offenbar in die E rscheinung, nam entlich bei alkal. R k.; die U nterschiede sind aber selbst bei Salzwasser u n d destilliertem W . keine sehr großen. (Proc. Cam bridge Philos. Soc.

14. 354—60. F eb ru ar 1908. [25/11* 1907.] Sep. v. Vff.) Pk o s k a u e b. E . H e y n und 0 . B a u e r , 1. Über den A n g riff des Eisens durch Wasser und wässerige Lösungen. A. E i n f l u ß v o n S a u e r s t o f f u n d K o h l e n s ä u r e a u f d e n R o s t a n g r i f f d e s E i s e n s d u r c h W a s s e r u n d w ä s s e r i g e L ö s u n g e n . Zu den säm tlichen V erss., deren E inzelheiten im Original nachgelesen werden müssen, dienten E isenplättchen, in der Regel aus Schweißeisenfeinblech hergestellt, von 45 : 30 mm und etwa 0,5 mm D icke; in der M itte der einen Schm alseite be­

saßen sie ein Loch von 3 mm Durchm esser (A bstand der Lochm itte vom Rande 5 mm), m ittels dessen sie in geeigneter W eise in einem B echerglase aufgehängt wurden.

Als Versuehsfll. dienten dest. W ., C harlottenburger LeitungswasBer un d verschiedene künstliche Salzlsgg. Die Gewichtsabnahm e nach E ntfernung des RoBtes iBt ein Maß für die S tärke des Angriffes. D ie Zuführung der L u ft geschah entw eder durch Ü berleiten oder D urchleiten von L u ft durch die Versuchst!, oder durch Offenstehenlassen des Gefäßes an der Luft. D ie V ersuchstem peratur w ar im allgem einen Zimmerwärme.

Die Verss. ergaben in Ü bereinstim m ung m it Tb a t jb e (Ber. D tsch. Chem. Ges. 18.

I I. 1881. [1885]), Sp e n n b a t h (Verg. Ver. Bef. Gewerbefl. 1895. 245) u. Dü n s t a n

(Journ. Chem. Soc. London 87. 1548; C. 1905. H . 1777), d a ß C O , f ü r d e n R o s t ­ v o r g a n g n i c h t e r f o r d e r l i c h i s t , d a ß d i e G gw . f r e i e n O d a f ü r e i n n o t ­ w e n d i g e s E r f o r d e r n i s i s t , daß also das F e dem W . nicht etw a chemisch ge­

bundenen O u nter W asserzers. entzieht. Bei schnellem E rsatz des verbrauchten O durch D urchleiten von L u ft durch das W . ist der A ngriff m ehr als doppelt so stark als w enn der E rsatz durch Diffusion der L u ft von der Oberfläche aus erfolgt;

ebenso ist der Rostangriff um so stärk er, je höher der P artiald ru ck des O in dem über dem W . stehenden G asraum e ist. U m technisch eine V erm inderung der Rost­

bildung herbeizuführen, genügt Ü berschichten des W . m it einer Ölschicht nicht, da Öle selbst ein großes Lösungsverm ögen gegenüber O besitzen u. diesen an das W . abgeben; wohl aber k ann durch H olzkohle, au f G rund ihrer E igenschaft, Gase niederzusehlagen und festzuhalten, eine V erm inderung des Rostangriffs au f 7*—Vs des B etrages erzielt werden. Nach E rörterung der U m stände, die a u f die G e ­ s c h w i n d i g k e i t d e s R o s t v o r g a n g e s von Einfluß sind, w ird an einigen Verss.

gezeigt, daß ein Zusatz von H ,0 , zu der Versuchst!, nicht stärk er als D urchleiten von L u ft wirkt.

B. E i n f l u ß d e r B e r ü h r u n g d e s E i s e n s m i t a n d e r e n M e t a l l e n a u f d e n R o s t a n g r i f f d u r c h W a s s e r u n d w ä s s e r i g e L ö s u n g e n . Verss. m it Cu w urden d erart ausgeführt, daß ein P lättch en aus Cu (40 X 30 X 1,5 mm) m it einer K ante gegen ein E isenplättchen gelehnt und beide völlig in die Versuchst!, eingetaucht w urden; im übrigen w urde, wie angegeben, verfahren; es ergab sich, daß der Roatangriff des F e in Leitungsw asser um etwa 25°/o> und in künstlichem Seewasser um etw a 47°/0 erhöht wurde. In B erührung m it N i (als D raht) rostet F e

etw a 14—19°/o m ehr als ohne dieses. S teht Flußeisen in B erührung mit Gußeisen, so wird ersteres au f K osten des letzteren, das um so stärker angegriffen w ird, ge­

schützt; die V erm inderung des Rostangriffs beträgt, je nach den Versuchsbedingungen, bis 50%- W eitere Verss. betreffen den Einfluß der Berührung von P roben aus dem­

selben F e nach verschiedenartiger V orbehandlung (z. B. Überhitzung). Sämtliche Verss. bestätigen das Gesetz, daß bei B erührung von F e m it einem w eniger edlen, also positiveren Metall der Spannungsreihe in wss., Rost erzeugenden Lsgg. der R ostangriff des F e verm indert, und in B erührung m it einem edleren, also nega­

tiveren M etall verstärkt w ird; die Reihenfolge der Metalle in der Spannungsreihe ist nicht unveränderlich, sondern än d ert sich m it der F l., in die die Metalle ein- tauchen. Bei den Verss. ist Gußeisen w eniger edel als Flußeisen, überhitztes F e edler als nich t überhitztes. D ie W rkg. der B erührung des F e m it Messing ist nicht sehr ausgeprägt. Zusatz von Glycerin zu W . (1 :1 ) drückt den Rostangriff a u f etw a 6 —9% des Rostangriffs destillierten W . herab.

C. V e r g l e i c h e i n i g e r E i s e n s o r t e n b e z ü g l i c h d e s R o s t a n g r i f f s d u r c h W a s s e r . Die angestellten Verss. Bind nu r zur Gew innung eines vorläufigen Ü ber­

blicks über die V erhältnisse angestellt; sie lassen erkennen, daß u nter den V er­

suchsbedingungen ein G ehalt an Mn innerhalb 0,46—3,08°/o, und an P innerhalb 0,072—3,38°/0 gegenüber den früher besprochenen Einflüssen von verschwindend ge­

ringem Einflüsse ist. D er U nterschied zwischen dem Rostangriff von Flußeisen, Schweißeisen und Gußeisen ist wesentlich geringer als gew öhnlich angenommen w ird , und tr itt zurück gegenüber den V erschiedenheiten, die durch andere als die erw ähnten Einflüsse bedingt w erden. Aus dem m ehr oder minder starken Angriff, den verd. SS. (H ,S 0 4) au f verschiedene Eisensorten auBÜben, läß t sich ein Schluß a u f die S tärke des Rostangriffs nich t ziehen.

D. V e r g l e i c h e n d e U n t e r s u c h u n g ü b e r d a s A n g r i f f s v e r m ö g e n v e r ­ s c h i e d e n e r F l ü s s i g k e i t e n g e g e n ü b e r E i s e n b e i Z im m e r w ä r m e . Die Verss. w urden bei Zimmerwärme ausgeführt und zunächst a u f einfache E lektrolyte beschränkt. D er E rsatz des O geschah nicht durch D urchleiten von L uft, sondern durch Diffusion von der Flüssigkeitsoberfläche her. Als Maß des Angriffsvermögens der F ll. g ilt die Gewichtsabnahm e der E isenplättchen nach 22-tägiger Versuchs­

dauer. D ie Ergebnisse der Verss. sind, daß ganz verd. Lsgg. zum eist einen schwächeren A ngriff als destilliertes W . bew irken; m it zunehm ender K onzentration steigt der A ngriff bis zu einem H öhepunkt bei der „ k r i t i s c h e n K o n z e n t r a t i o n “;

die zugehörige Lsg. wird als „ k r i t i s c h e L ö s u n g “ bezeichnet. Bei w eiterem A n­

wachsen der K onzentration nim m t der A ngriff allmählich wieder ab.' Ü ber einige A bweichungen ist im Original nachzulesen. In der N ähe der kritischen Konzen­

tratio n zeigen die Lsgg. m eist starken örtlichen Angriff, der ungleichm äßig über die F läche des Eisens verteilt ist. Besonders sta rk ist dieser bei N atrium - und K alium carbonat, sowie bei N atrium phosphat ausgeprägt. D er A ngriff der kritischen Lsgg. liegt meistens oberhalb des Angriffs destillierten W ., nu r bei einigen Salzen, wie KCl, NaCl, K sS 0 4, NaHCOs, N a ,S 0 4, CaCJs, BaCla, liegt er tiefer. Eine Aus­

nahm e von der Regel, daß Rostangriff nu r bei Ggw. von O in der F l. möglich ist, bilden Lsgg. von (NH4)NOs und gesättigte (NH4) ,H P 04-L sg., die den Angriff un­

m ittelbar, verm utlich infolge chemischer Umsetzung, bew irken. D ie kritische Lsg.

von (NH4)jH P 04 v erh ält sich obiger Regel entsprechend. Bei den kritischen Lsgg.

von (NH4),S 04 und N H4C1 ist ein gewisser Angriff auch bei Ausschluß von L u ft m öglich, doch wird ein solcher bei Ggw. von O erheblich gesteigert. Bei einigen L sgg. ißt die A bnahm e des Angriffs nach Ü berschreiten der kritischen Konzentration so sta rk , daß von einer bestimm ten K onzentration, der „ S c h w e l l e n k o n z e n ­ t r a t i o n “ , ab das Eisen völlig blank bleibt und sein G ew ichtsverlust gleich Null w ird; die zugehörige Lsg. heißt „ S c h w e l l e n l ö s u n g “. E ine Ausnahm e bildet,

wie bereits erw ähnt, das A m m onium phosphat, das von der Schwellenkonzentration ab bis zu einem zweiten Schwellenwert Eisen nich t angreift, bei weiterem W achsen der K onzentration aber in zunehmendem Maße Eisen u n te r Gasentw. löst. Die besten Schutzm ittel gegen das Kosten des Eisens sind Chromsäure u. deren K alium ­ salze; schon ganz geringe Zusätze zu destilliertem W . lassen eine solche Schutz- wrkg. erkennen; in ganz geringem Maße wirken indes Chromsäure und K alium ­ dichrom at lösend; oberhalb des Schwellenwertes tr itt aber Rosten nicht ein. Die L age der Schw ellenkonzentration ist bei ChromBäure und K alium chrom aten, a b ­ gesehen von an d eren , noch zu erforschenden Einflüssen, abhängig von dem V er­

hältnisse der Eisenoberfläche zur Menge der L sg.; z .B . liegt für C h r o m s ä u r e die Sehw ellenkonzentration bei c = 2 X 10—4 - „■CrO■ * , w enn in 200 ccm Lsg. nur

u

1 E isenplättchen der angegebenen Abm essungen u n te rta u c h t, dagegen bei c = 1 X 10- 8 —;r - - , w enn 4 solcher P lättch en in die gleiche Menge Lsg. ein-CrO

u

tauchen. E ntsprechende Verss. m it B o r a x l s g g . zeigten, daß u n te r den Versuchs­

bedingungen die L ag e der Schw ellenkonzentration nicht beeinflußt w ird , so daß ein grundsätzlicher U nterschied zwischen der Schutzwrkg. der ChromBäure und Chrom ate einerseits und des Borax andererseits zu bestehen scheint. Vermutlich spielen bei den Lsgg. m it Schw ellenkonzentratlon hinsichtlich des Rostangriffs noch andere Einflüsse eine bedeutungsvolle R olle, w ährend dieser bei den Lsgg.

o h n e Schwellenkonzentration, die also den Rostangriff nicht bis a u f N ull hinunter- drücken können, in erster L inie von der Menge des gel. 0 abhängt.

E. E l e k t r i s c h e s S p a n n u n g s g e f ä l l e z w i s c h e n E i s e n u n d v e r s c h i e ­ d e n e n F l ü s s i g k e i t e n . Es w urden die Spannungsgefälle für die im vorher­

gehenden A bschnitte besprochenen E lektrolyte u nter B eistand von Hi n e iCHSEN u.

Vo g e l bestim m t, die V orbedingungen, u n te r denen solche Messungen anzustellen sind, erforscht, u. die Ergebnisse der Verss. a u f G rund theoretischer B etrachtungen erö rtert; eine kurze W iedergabe der D arlegungen ist nich t m öglich, vielm ehr muß hier a u f das O riginal verwiesen w erden. D as große T atsachenm aterial, welches die zahlreichen Verss. der vorliegenden A rbeit ergeben haben, ist in zahlreichen Tabellen u. Schaubildern niedergelegt. (Mitt. K . M aterialprüfgs.-A m t Groß-Lichterfelde W est

26.

1—104. [18/11. 1907.] Groß-Lichterfelde.) Rü h l e. C a rl B e n e d ic k a , Über die Löslichkeit des Graphits in Eisen. W ährend man darin einig ist, daß im D iagram m des Systems Eisen-Kohlenstoff zwei verschiedene Kurvensystem e Vorkommen m üssen, je

nachdem entweder der stabile G rap h it oder das w eniger stabile (metastabile) Carbid im Gleichgewicht vorhanden ist, besteht noch immer eine gewisse U n­

stim m igkeit der A nschauungen über die Löslichkeit des G raphits in F e. Vf. h at nun beobachtet, daß aus G raphit und F e rrit bei verhältnism äßig kurzer E r­

hitzung von 1 oder 2 S tunden a u f 940

± 10° die typischen G efügebestandteile des kohlenstoffhaltigen Stahles entstehen:

M artensit, T roostit, Sorbit und P e rlit, und sieht darin den N achweis für die be­

trächtliche L öslichkeit des G raphits in F e bei dieser Tem peratur. D as Diagramm (Fig. 58), in dem die voll ausgezogenen L inien das stabile Gleichgewicht (Graphit), die gestrichelten das m etastabile G leichgewicht (Carbid) darstellen, ist der zurzeit

x n . 1. 139

korrekteste A usdruck für das Gleichgew icht Eisen-Kohlenstoff. (Metallurgie 5.

41—45. 22/1. 1908. [Dez. 1907.] Upsala. Chem, Univ.-Lab.) Le i m b a c h. E . P r i o r und R . H e r m a n n , D ie Ursache der Gerstenglasigkeit. D ie in F o rt­

setzung früherer Unteres. (Allgem. Zeitschr. f. B ierbrauerei u. M alzfabr. 84. 513;

C. 1907. I. 307) durchgeführten Verss. haben den Beweis erb rach t, daß die durch V erkittung der stärkeführenden Zellen bew irkte glasige Beschaffenheit des Endo- sperm s verursacht w ird durch in W . 1., sowie durch in A. 1. N-freie Extraktstoffe und durch H ordein, w ährend das uni. G erstenproteid hierbei nich t in B etracht kommt. W elchem der 3 F aktoren die H auptrolle zukommt, lä ß t sich durch W eichen der ursprünglichen G erste w ährend 6 Stdn. in W . bei 45—50°, W eichen der u r­

sprünglichen Gerste in 50°/0ig- A. von 45—50° und Best. der prozentischen Glasig­

keit vorher u. nachher feststellen. Anschließend w erden die hieraus für die Praxis der M alzbereitung und der G erstenzüchtung sich ergebenden F olgerungen erörtert.

(Allgem. Zeitschr. f. Bierbrauerei u. Malzfabr. 36. N r. 9. Febr. W ien. Vers.-Stat. u.

A kad. f. Brauindustrie. 4 SS.; Sep. v. Vf.) M a c h . J ü r g e n F o rtm a n n , Industrie der Teerprodukte. Ü berblick über die seit April 1906 erschienene L iteratur. (Chem. Ztschr. 7. 89—94. 1/5. Schwientochlowitz.)

Bl o c h. G u sta v U lr ic h , Studien über das Keduktionsvermögen animalischer Faserstoffe.

Das Beizen der Wolle m it K ,C rs07 und H ,S 04 fü h rt zu einer Fixation von Chrom­

säure- u n d Chromoxydverbb. au f der F aser in m ehr oder w eniger braunen Tönen, die nach N ie t z k i (Färber-Ztg. 1. 205) von der B. eines Cromchromats oder ähnlicher V erbb. herrühren. D urch E rhöhung der H ,S 0 4-Menge gelangt man zu einer grün- stichigeren, an Chromoxydverbb. reicheren Beize; die durch die S. bedingte langsam fortschreitende H ydrolyse der Fasersubstanz bew irkt durch die hierbei gebildeten Spaltungsprodd. die allm ähliche R eduktion. Zur Beförderung der R eduktion kommen in der T echnik vorzugsweise Ameisensäure u. M ilchsäure zur Anwendung. Vf. studiert die W rkg. der Ameisensäure u. h a t zunächt gem einschaftlich m it T h e o d o r S o h m id t die K inetik der Rk. zwischen Ameisensäure und Chromsäure untersucht (Diagramm im Original). E in halbwegs rascher R eaktionsverlauf w ird erst durch verhältnis­

mäßig sehr hohe Ameisensäuremengen erreicht; z. B. ist auch m it 500 Mol. Ameisen­

säure pro Mol. Chrom säure bei 1-stdg. Kochen die Reduktion nich t völlig durch­

führbar. — D ie Verss. bei Ggw. von W olle ergaben, daß sich die Am eisensäure am Reduktionsprozeß n ur äußerst w enig beteiligt; die Ü berführung der Chromsäure in Chromoxydverbb. wird auch bei Ggw. von Ameisensäure durch A ufspaltung von B indungen un d A bspaltung von B estandteilen der Fasersubstanz infolge Hydrolyse bedingt. D er A m eisensäure fällt beim Beizprozeß eine andere Rolle zu ; sie be­

w irkt z. B. eine wesentlich günstigere Aufnahm e der Chromverbb. durch die Faser.

W eitere M itteilungen folgen. (Ztschr. f. physiol. Ch. 55. 25—41. 7/3. [22/1.] Brünn.) Hö h n. M a x im ilia n T o c h , D er E influß des Sonnenlichtes a u f Anstrichmassen und Lacke. Vf. fü h rt die schlechte H altbarkeit von asphalt- und bitum enhaltigen A n­

strichen im Sonnenlichte a u f G rund seiner Verss. auf die chemische Zus. dieser Stoffe und die vereinten Einww. von L ich t und F euchtigkeit zurück. (Journ. Soc.

Chem. Ind. 27. 311—12. 15/4. [21/2.*].) RÜHLE. .

D. S pence, Ameisensäure als Koagulationsmittel fü r die Milch von Hevea bra- si'Ztensts (Parakautschuk). Vf. berichtet über vergleichende Koagulationsverss. an der Milch von H evea brasiliensis u n te r Verw endung von Ameisen- und Essigsäure.

Es w ird gezeigt, daß A m eisensäure vor Essigsäure Vorteile bietet, weil

Ameisen-säure ein m ehr als doppelt so großes Koagulationsverm ögen besitzt wie EssigAmeisen-säure und darum billiger ist. D azu kommt noch, daß A m eisensäure selbst stark anti- Beptisch w irkt und deshalb die F äulnis und Zers, nasser R ohkautschukproben ver­

hindert. D ie V erw endung von A meisensäure ist deshalb besonders dort angebracht, wo gegenw ärtig, wie in den P lantagen auf Ceylon, ein Gemisch von Essigsäure und K reosot als K oagulationsm ittel angew endet wird. (India R ubber Journ. 1908.

20/4. Sep. vom Vf.) Al e x a n d e b,

K a r l D ie te r ic h , Natürlicher Perubalsam un d Perugen. (Ergänzung zu S. 1861.) Vf. w eist nachträglich a u f die A rbeit von Ut z (Chem. Eev. F e tt- u. H a rz -In d . 14. 183; C. 1907. II. 851) hin und bem erkt, daß die H jS 04 in seiner Zonenrk.

nicht durch eine andere S,, wohl aber die HCl durch irgend eine andere Fl., die in der D. zwischen der H sS 04 und dem Ä. steht, ersetzt werden kann. (Ber. D tsch.

Pharm . Ges. 18. 251—52. Helfenberg.) Dü s t e b b e h n. J e a n M e n n ie r, Über die Verbrennung ohne Flam m e und über ihre A nw endung bei der Beleuchtung durch Glühstrümpfe. (Vgl. S. 1586 u. 1954.) Die V erbrennung ohne Flam m e findet in der AuEEsehen G lühlichtbeleuchtung eine außerordentlich wichtige praktische A nw endung. W enn die Strüm pfe glühend werden, verschw indet die Flam m e, welche zu ihrer E ntzündung gedient h at, und um gekehrt, w enn die Flam m e w ieder erscheint, nim m t das G lühen beträchtlich an Stärke ab. D as E r­

glühen der Strüm pfe, welche aus feuerfesten, in sehr dünner Schicht aufgetragenen Oxyden bestehen, lä ß t sich m it den Glüherscheinungen vergleichen, die m an beim A nnähern d er A sche eines halb verbrannten Zündhölzchens an eine Kerzenflamme beobachtet. Die T em peratur dieser glühenden Asche ist bedeutend höher als die­

jenige der Flam m e. Diese enorme Tem peratursteigerung lä ß t sieh nu r durch die A nnahm e erklären, daß sich über der glühenden A sche ein lokaler Verbrennungn- herd der Gase durch A nziehung von 0 bildet.

D ie Gasflamme wird durch einen ähnlichen Mechanismus leuchtend. Das Innere einer vollständig blau brennenden Bunsenflamme enthält stets etw a 32%

Leuchtgas, d. i. die obere Entflam m ungsgrenze des Leuchtgases. I s t der L euchtgas­

gehalt ein größerer, so entzündet sich der Ü berschuß an K ohlenstoff nich t sofort, sondern jedes überschüssige Teilchen w ird zu einem V erbrennungsherd, indem es sich m it einer 0 - A tm osphäre umgibt. D as L euchten ist um so lebhafter, je reiner der 0 ist; reicht die O-Menge zur H ervorbringnng der erw ähnten E rscheinung n ich t aus, so w ird die Flam m e rußend. D ie verschiedenen Oxyde oder Oxyd­

gemische w irken au f den O nicht alle m it d er gleichen Stärke und erzeugen ein L euchten von verschiedener Intensität.

Das Glühen ist durch den vom Vf. dargelegten einfachen Mechanismus eng m it der T em peratur verknüpft, und es ist unnötig, die von Au e r gegebene E rklärung heranzuziehen, wonach das G lühen durch eine außerordentlich rasche A ufeinander­

folge von R eduktion und Oxydation des einen Bestandteiles des Oxydgemisches hervorgerufen wird. — Die V erbrennung durch G lühen erniedrigt die u n tere E n t­

flammungsgrenze, wie sie durch die Flam m en erhalten wird, ganz beträchtlich.

D re h t m an ein A uerlicht so w eit herunter, daß das Auge nicht m ehr geblendet wird, so beobachtet man, daß durch einen 5 % Leuchtgas enthaltenden Luftstrom

— 10% Gas ist die u ntere Entflam m ungsgrenze — das G lühen des Strum pfes noch m erklich verstärk t w ird, w ährend ein reiner Luftstrom den S trum pf an der be­

treffenden Stelle verdunkelt. (C. r. d. l’Acad. des Sciences 146. 864—66. [21/4.*].) Dü s t e b b e h n. E d . J u s t i n - M u e lle r , Gerbung un d Färbung. Vf. w iderspricht der A nsicht Fa h b io n s (S. 1653), daß zwischen den Vorgängen des Gerbens und Färbens eine

139*

gewisse Analogie bestehe, da das Endprod. in beiden F ällen ein völlig verschiedenes ist. Bei ersterem geht die H aut in L eder ü b e r, w ährend bei letzterem das E n d ­ erzeugnis den Ausgangsstoffen vollständig ähnlich bleibt. (Chem.-Ztg. 82. 430. 25/4.

[19/4.] Paris.) Rü h l e.

Patente.

K l. la . Nr. 198576 vom 21/7. 1906. [18/5. 1908].

H einrich P u tz , P assau, Verfahren zur Aufbereitung blättrigen Graphits. So­

wohl bei der nassen, als auch bei der trockenen A ufbereitung des blättrig-krystal- linischen G raphits, eines Gem engteils eines stark verw itterten Gneises des bayrischen und Böhm erwaldes, ist der vorhandene T on hinderlich; das n e u e Verf. bezweckt daher, diesen Ton vor der T rennung des blättrigen vom körnigen G raphit zu en t­

fernen, und zw ar geschieht dies nun analog der zu gleichem Zweck erfolgenden Steinkohlenaufbereitung durch schonende B e h a n d l u n g d e s R o h g u t s b e i G g w . v o n W a s s e r , etwa in einem K ollergang od. dgl., so daß die tonige Zwischen­

substanz W. aufnim m t, u. das G ut zerteilt u. aufgeschwem mt wird. Die T rennung des aufgeschwemmten, losgelösten Tones von den körnigen u. blättrigen M ineralien geschieht durch Siebe, w orauf die A bscheidung dor körnigen M ineralien von dem blättrigen G raphit au f trockenem oder nassem W ege erfolgt.

Kl. 1». Nr. 198577 vom 13/1. 1907. [20/5. 1908].

Gustav Stolzenw ald, Ploest, Rum änien, Verfahren zur A ufbereitung von Zink- hüttenriiekständen. Zinkhüttenrückstände b ie ten , weil einzelne Teile im D. nahezu gleich sind, der A ufbereitung erhebliche Schw ierigkeiten; diese sollen nun dadurch verm ieden w erden, daß die Rückstände durch Behandeln in Trom melsieben zu­

nächst von den leicht zerreiblichen, entzinkten E rzrückständen befreit und dann nach Zerlegung nach K orngröße durch W indaufbereitung w eiter getrennt werden.

Kl. 8k. Nr. 198711 vom 9/4. 1907. [23/5. 1908].

Conrad Claeßen, B erlin, Verwendung von hochviscosen Flüssigkeiten, welche durch E rhitzen von Glycerin infolge Wasserabspaltung entstehen. G lycerin findet infolge seiner großen Viscosität und W asseranziehuD gskraft vielfache V erw endung in der Technik, z. B. zu Appreturzwecken, bei H erst. plastischer Massen wie Hekto­

graphenmassen, Buchdruckerwalzenmassen usw., von Hektographentinten, wasserdichten Geweben u. dgl. Es w urde n u n beobachtet, daß das G lycerin hierbei m it Vorteil durch die hochviscosen F ll. (Biglycerin u. Bolyglycerine enthaltende Gemische; vgl.

P at. 181754; C. 1907. n . 199) ersetzt w erden k a n n , welche durch E rhitzen von G lycerin infolge W asserabspaltung entstehen.

Kl. 121. Nr. 198626 vom 13/11. 1906. [22/5. 1908].

Gottfried Aigner, Zürich, Verfahren zur gleichzeitigen Barstellung von Sauer­

stoff un d Wasserstoff durch Elektrolyse. Dieses n e u e Verf. zur gleichzeitigen D arst.

von Sauerstoff und W asserstoff durch Elektrolyse unterscheidet sich dadurch grund­

sätzlich von den bisherigen Verf., daß der Prozeß der W asserzersetzung durch ein­

fache Elektrolyse saurer oder alkal. Lsgg. in d e r e n z w e i, jedoch in ein u. dem­

selben Strom kreise sich abspielende z e r l e g t w i r d , welche gleichzeitig und paraUel verlaufen. D ies geschieht nun dadurch, daß den beiden gasabscheidenden E lek­

troden zwei m iteinander elektrisch in sich durch L eitung erster Klasse verbundene,

u nter sich gleichgeartete, an dem elektrolytischen V organg ohne oder ohne w esent­

liche G asentw icklung teilnehm ende E lektroden in der W eise gegeniibergestellt werden, daß sie w ährend des ununterbrochenen Ganges der Elektrolyse abw echselnd u nter je einer der beiden gasabBcheidenden Elektroden zur Verwendung gelangen, wodurch die chemische Beschaffenheit dieser nicht gasabscheidenden Elektroden durchschnittlich erhalten und n u r zeitweise verändert wird. Besonders geeignet erw eist sich zur H erst. dieses nicht gasabscheidenden E lektrodenkörpers eine m it A lkaliam algam überdeckte M etallplatte, die V erw endung alkal. E lektrolyte voraus­

gesetzt. Jedoch erweist sich die A nw endung jedes M aterials zur H erst. dieses Elektrodenkörpers als möglich, welches in dem verw endeten, sei es sauren oder alkal. E lektrolyten elektrochem isch als A kkum ulatorenplatte funktionieren kann.

D as Verf. k ann z. B. wie folgt ausgeführt werden. In einem eisernen Gefäß,

D as Verf. k ann z. B. wie folgt ausgeführt werden. In einem eisernen Gefäß,

In document Chemisches Zentralblatt : vollständiges Repertorium für alle Zweige der reinen und angewandten Chemie, Jg. 79, Bd. 1, Nr. 24 (Page 62-72)

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