Handel mit den Spekulanten 16

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SPIELREGEL

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Inhalt

Spielmaterial 6 Spielvorbereitung 8 Spielziel 10

Spielverlauf 10 Zuteilung 11 Einkaufen 12

Durchführungsbestimmungen 14

Handel mit den Spekulanten 16

Der Spekulanten kauft ein 18

Letzte Runde und Spielende 20

Wertung 20

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Lebensmittelkarten, Coupons für Fleisch 5

und Fett, Lebensmittelmarken…

Die Polen lebten einen erheblichen Teil des 20.

Jahrhunderts mit der Rationierung. Zwischen den Weltkriegen lag das an den wirtschaftli- chen Verwerfungen durch die Kriege. In den Jahren des Stalinismus und danach, vor allem nach 1976, war sie eines der offensichtlichen Zeichen, wie marode das kommunistische Wirt- schaftssystem war. Im Laufe der Zeit lockerten die kommunistischen Machthaber zwar einige Handelsbeschränkungen, aber die Lebensmit- telmarken überlebten sogar den Fall des Kom- munismus im Juni 1989 um einen Monat. In der Erinnerung der Menschen bleiben die Le- bensmittelkarten eines der typischsten Elemente der Planwirtschaft der Volksrepublik Polen.

Machen Sie mit uns einen kurzen Ausflug

in den Januar 1983 und schauen Sie, wie sie mit der Realität des rationierten Handels klarkommen. Uns ist natürlich klar, dass ein Kartenspiel nicht alle damals existierenden Zusammenhänge darstellen kann, deshalb finden Sie in der Spielschachtel neben dem Spiel auch eine kurze Geschichte der Rationierung in Polen. Sie schließt vielleicht Wissenslücken und erklärt die Beschränkungen jener Zeit genauer. Wir hoffen, dass sich durch dieses Spiel die Älteren an den “Charme des kommunistischen Wohlstands” erinnern, und die Jüngeren etwas darüber lernen.

Dr. Andrzej Zawistowski

Leiter des Büros für öffentliche Bildung im Institut für nationales Gedenken

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6

35 Lebensmittelmarken 20 Einkaufskarten 6 Besuchsankündigungen

Game elements

Puk, puk! = Klopf, klopf!

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6 Spielfiguren 1 Spielbrett

5 Häuser

1 Holzkreisel 1 Würfel

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Spielvorbereitung

Am besten spielen Sie ohne Tischtuch, dann dreht der Kreisel besser.

1. Legen Sie das Spielbrett so bereit, dass es alle gut erreichen können.

2. Mischen Sie die Einkaufskarten und legen Sie die ersten 6 offen in einer Reihe hinter dem Ladentresen aus. Den Rest legen Sie als verdeckten Nachziehstapel daneben.

3. Jede Spielerin erhält eine Spielfigur und ein Haus derselben Farbe; die schwarze Figur ist für den Spekulanten reserviert.

4. Mischen Sie die Lebensmittelmarken und teilen Sie 5 pro Spielerin aus. Der Rest kommt als verdeckter Stapel (also mit dem Bild der Lebensmittelkarte nach oben) vor die Ladentür. Tipp: Halten Sie Ihre Handkarten so, dass Sie die Symbole in der Ecke sehen können.

Anmerkung des Übersetzers: In Anerkennung der Tatsache, dass es meist die Frauen waren, die den Haushalt und die Einkäufe erledigt haben, ist hier immer von Spielerinnen die Rede. Männer dürfen trotzdem gerne mitspielen.

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5. Jede Spielerin zieht zufällig eine Karte, auf der sich ein Gast ankündigt, sieht sie an und legt sie verdeckt vor sich ab. Ungenutz- te Karten gehen unbesehen zurück in die Schachtel. Hinweis: Wenn Sie keine Überra- schungen mögen, entfernen Sie bei nur drei Spielerinnen vorher alle drei Gästekarten, auf denen “obiad x2” steht ( Tellersymbol,

“Mahlzeiten zählen doppelt”).

6. Bestimmen Sie zufällig eine Startspiele- rin; sie stellt ihren Spielstein vorne in die Einkaufsschlange im Laden. die anderen folgen im Uhrzeigersinn und stellen sich jeweils hinten an. Zum Schluss stellt sich der schwar- ze Spekulant an; diese Spielfigur gehört keiner Spielerin.

7. Die dritte Spielerin in der Schlange bekommt den Kreisel und beginnt das Spiel. Es kann losgehen!

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10 Spielziel

Sie bereiten sich auf Gäste vor, die ihren Besuch angekündigt haben. Mit Ihren Lebensmittelmarken kaufen Sie die Waren auf den Einkaufskarten, die im Laden ausliegen.

Handeln Sie mit anderen Spielerinnen, um fehlende Marken zu bekommen. Ihre Einkäufe werden am Spielende in Pfiffigkeitspunkte (PP) umgewandelt; die Gästekarten ermöglichen Ihnen, zusätzliche Punkte zu bekommen.

(Ein Wertungsbeispiel finden Sie im Kapitel “Wertung” weiter hinten in der Spielregel.).

Spielverlauf

Jeder Spielzug besteht aus zwei Teilen:

der Zuteilung von Lebensmittelmarken

und dem Einkauf. 6 punkte

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Zuteilung 11

Als aktive Spielerin (wenn Sie den Kreisel haben) tun Sie folgendes:

1. Nehmen Sie 2 Karten vom Lebensmittel- marken-Stapel; sollte der Stapel aufge- braucht sein, mischen Sie die abgeworfenen Karten zu einem neuen Stapel.

2. Bringen Sie den Kreisel so gut in Schwung, wie Sie können; Sie haben 3 Versuche, falls Sie nicht zufrieden sind.

3. So lange der Kreisel sich dreht, dürfen Sie mit den anderen Spielerinnen oder dem Spekulanten Lebensmittelmarken handeln.

Im Handel darf man auch seinen Platz in der Schlange anbieten.

4. Sobald der Rand des Kreisels auf dem Tisch aufsetzt, endet der Handel, bereits

vereinbarte Transaktionen dürfen aber noch zu Ende abgewickelt werden. Damit endet auch die Zuteilungsphase. Sie dürfen den Kreisel und damit den Handel übrigens jederzeit freiwillig stoppen.

5. Am Ende der Zuteilung dürfen Sie nicht mehr als 6 Lebensmittelmarken auf der Hand halten, überzählige Karten müssen Sie abwerfen. Diese Beschränkung gilt nur für die aktive Spielerin.

6. Geben Sie dann den Kreisel an die Spielerin weiter, die links von Ihnen sitzt. Jetzt beginnt der Einkauf.

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Einkaufen

Die Spielerin am Kopf der Schlange (das ist meist nicht die aktive Spielerin) darf jetzt eine Einkaufskarte erwerben. Dazu deckt sie 3 Lebensmittelmarken auf, die die gleichen 3 Symbole zeigen wie die gewünschte Einkaufskarte, und wirft sie dann

ab. Zum Beispiel brauchen Sie zweimal Mehl und einmal Zucker, um die Karte

“sernik” (Käsekuchen) zu erwerben.

Die Spielerin legt die gekaufte Karte offen vor sich ab. Sie können nur eine Karte kaufen.

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Egal, ob sie eingekauft hat oder nicht, bewegt die Spielerin ihre Spielfigur dann an das Ende der Schlange, nimmt die oberste Karte vom Stapel der Lebensmittelmarken auf die Hand und füllt schließlich die ausliegenden Einkaufskarten wieder auf

sechs auf. Wenn die Karten nicht aufgefüllt werden können, weil der Stapel leer ist, ist der nächste Spielzug der letzte des Spiels.

Jetzt beginnt ein neuer Spielzug, die Spielerin mit dem Kreisel ist an der Reihe und beginnt mit der Zuteilung.

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14 Durchführungsbestimmungen Hier ein paar genauere

Erläuterungen zu den Regeln.

Während der Kreisel sich dreht, darf die aktive Spielerin so viele Handel abschließen, wie sie will. Auch der eigene Platz in der Schlange kann als Bestandteil des Handels mit der anderen Spielerin getauscht werden. Inaktive Spielerinnen können nur mit der aktiven Spielerin einen Handel anfangen, nicht untereinander.

Beispiel 1:

Andrea ist aktiv: “Ich brauche Buttermarken, wer hat welche?” Luise: “Ich, aber ich brauche Zucker oder Fleisch dafür.” Andrea: “Habe ich nicht, aber Alkohol kannst du bekommen.”

Luise: “Können wir machen, wenn ich dafür deinen Platz in der Schlange kriege.”

Beispiel 2:

Anne: “Ich hätte eine Schokoladenmarke abzugeben.” Andrea (aktiv): “Was willst du dafür haben?” Anne: “Drei Karten, irgendwas.” Andrea: “Zwei Butter und ein Zucker?” Anne: “Gemacht.”

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Die aktive Spielerin kann, während der Kreisel sich dreht, auch mit dem Spekulanten handeln. Das geht auf zwei Arten:

a) Werfen Sie zwei Karten aus der Hand ab und ziehen eine vom Stapel der Lebensmittelmarken oder

Handel mit den Spekulanten

a

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b) werfen Sie zwei Karten aus der Hand ab und tauschen Sie Ihren Platz in der Schlange mit dem Spekulanten.

Abgeworfene Karten erhält nicht der Spekulant, sondern sie gehen auf den normalen Abwurfstapel.

b

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Der Spekulant kauft ein

Wenn der Spekulant am Kopf der Schlange steht, wird das Spiel kurz unterbrochen, damit er einkaufen kann. Ein Spieler würfelt und zählt die ausliegenden Einkaufskarten entsprechend der Würfelzahl vom Nach- ziehstapel aus ab. Die erwürfelte Karte wird

aus dem Spiel entfernt und in die Schachtel gelegt. Danach wird die Reihe der Einkaufs- karten wie üblich auf 6 aufgefüllt, und der Spekulant geht an das Ende der Schlange.

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Achtung: Liegen weniger als 6 Karten aus (letzte Spielrunde), kauft der Spekulant nicht ein und verlässt einfach die Schlange.

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20 Letzte Runde und Spielende

Wenn Sie die Reihe der Einkaufskarten nicht mehr vollständig auffüllen können, beginnt die letzte Spielrunde. In dieser letzte Runde erhält jede Spielerin nochmals 3 Lebensmittelmar- ken, jeweils reihum eine, beginnend bei der aktiven Spielerin; sollte der Stapel dabei auf- gebraucht werden, wird der Abwurfstapel ge- mischt und verwendet. Der Spekulant wird aus der Schlange entfernt und nimmt nicht mehr am Spiel teil, die Spielerinnen rücken ggf. auf.

Jetzt dreht die aktive Spielerin den Kreisel und lässt ihn diesmal auf jeden Fall von selbst auslau- fen. So lange er läuft, können alle Spielerinnen frei miteinander Karten handeln und Plätze tau- schen. Ist der Kreisel ausgelaufen, darf jede Spie- lerin noch einmal einkaufen, wie üblich in der Reihenfolge, in der sie anstehen. Ist das gesche- hen, endet das Spiel, und die Wertung beginnt.

Scoring

Zu Spielende ist jedes Bild auf den Einkaufskarten 1 Punkt wert:

Außerdem hatte jede Spielerin zu Spielbeginn eine Karte “angekündigter Besuch” erhalten;

diese Karte verdoppelt die Wertung für zwei der vier Kategorien.

Bei gleichem Punktstand gewinnt die Spielerin, die mehr Einkaufskarten hat, ist auch diese Zahl gleich, gewinnt die mit den meisten Lebensmittelmarken auf der Hand. Sollte dann immer noch Gleichstand herrschen, gewinnen diese Spielerinnen gemeinsam.

= 1

Hausarbeit/

Reparatur Mahlzeit Kuchen Feier

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Beispiel: 21

Wanda hat 4 Einkaufskarten: “konsumpcja na imieninach” (Bedarf für den Namenstag, 2x Feier), “krochmalenie pościeli” (Bettlaken stärken, 2x Hausarbeit), “kotlety mielone”

(Bouletten, 3x Mahlzeit) und “herbatniki maślane” (Teegebäck, 3x Kuchen).

Sie hat die Besucherkarte “spotkanie z przyjaciółkami” (Freundinnen zu Besuch), die Hausarbeits- und Kuchenwerte verdoppelt. Sie erhält also für die Karten insgesamt 15 Punkte, nämlich 2 + 4 (2, verdoppelt) + 3 + 6 (3, verdoppelt).

4 pt

2 pt 3 pt

6 pt

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ODWIEDZINY PANI INŻYNIEROWEJ OBIAD

Z KIEROWNIKIEM SPOTKANIE

Z PRZYJACIÓŁKAMI WIZYTA

TEŚCIOWEJ ZJAZD

RODZINNY IMIENINY

MĘŻA

Zucker

Essen mit dem Chef

Fleisch

Besuch der Frau Ingenieurin

Mehl

Freundinnen zu Besuch

Alkohol

Besuch der Schwieger-

mutter

Butter

Namenstag Ehemannesdes

Seife

Familientreffen

Schokolade

Lebensmittelmarken

Besuchskarten

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Buffet

Süßer Hefekuchen

Für den Hauselektriker

Butterkekse

Schokoladen- kuchen

Zucker für den Tee

Käsekuchen

Bouletten

Bedarf für den Namenstag

Klöße

Etwas zum Kaffee

Zur Bewirtung von Gästen

Große Wäsche

Frühstück für die Kinder

Einkaufskarten

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Bettlaken

stärken Für den Schornstein-

feger

Roulade Dreigängiges

Menü Geburts-

tagstorte Für den Haus- handwerker

Einkaufskarten

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Reglamentacja wäre nie entstanden, wenn nicht viele ihre Zeit dafür geopfert hätten.

Der Autor möchte insbesondere danken:

• Allen professionellen Testern der Monsoon Group für die unschätzbaren Diskussionen während vieler Testspielstunden; der Dank geht an Cyryl, Agata Pillich- Kolipińska, Adam Kolipiński, Grzel, Piotr Jesionek, Jan Madejski, Magda, Filip Miłuński, Jacek Nowak, Krzysztof Pietroń, Jan Zalewski, Łukasz Pogoda, Michał Stajszczak, Andrzej Tomczyk, Jerzy Zambrowski und Krzysztof Wierzbicki.

• Allen Mitarbeitern des BEP IPN (Büro für öffentliche Bildung im Institut für nationales Gedenken) für ihre freundliche Hilfe und Spieltests. Zuallererst möchte ich Andrzej Zawistowski danken, der die Arbeit an dem Spiel anstieß und bis zum Ende beaufsichtigte. Ich danke auch Przemysław Skrzek für seine Begeisterung und das Geschick, mit dem er die Entwicklung von Anfang an unterstützte; ebenso danke ich Katarzyna, Bartek und Gabrysia Cegieła, Maciej Foks, Tomasz Ginter, Sergiusz Kazimierczuk, Karolina Kolbuszewska,

Grzegorz Majchrzak, Paweł Rokicki, Kamila, Michał, Maciej und Kuba Sachnowski, Konrad Starczewski, Karolina Wichowska, Piotr Wiejak, Karol Wisłocki und Rafał Ziątek.

• Ich möchte auch allen Spielern danken, die ich bisher nicht erwähnt habe, vor allem Maria und Jędrzej Gąsiorowski, Wojciech Karwowski, Andrzej Lipson, Agata und Łukasz Madaj, Wojciech Sieroń, Magdalena und Tomasz Wielga und den Teilnehmern des 7. Treffens

“Polonijne Spotkania z Historią Najnowsza” (jährliches Treffen von Polnischen Auslandslehrern zum Thema neuere Geschichte, veranstaltet durch das IPN).

• Ein großer Danke geht auch an alle, die sich an dem Wettbewerb beteiligt haben, wie das Spiel heißen sollte. Wir haben mehr als 400 Zuschriften erhalten und konnten uns unter vielen hervorragenden Vorschlägen wie Rationiertes Leben, Kontrollierte Waren, Reglementierung, Spiel der Lebensmittelmarken, Die Spekulanten, Ich werde es richten!, Rationen, Scheine und Gutscheine oder Senf und Essig den besten aussuchen.

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Autor: Karol Madaj

Historische Beratung: Dr. Andrzej Zawistowski Produktion: Karol Madaj

Berater: Jan Oleński

Durchsich: Katarzyna Cegieła, Dr. Mariusz Jastrząb Lektorat des polnischen Textes: Małgorzata Strasz Übersetzung ins Englische:

Andrzej Lipson and Łukasz Pogoda Übersetzung ins Deutsche:

Lutz Pietschker (aus dem Englischen) Layout und Typographie: manukastudio.pl Gedruckt von Trefl

© 2014 Institut für nationales Gedenken—Kommission für die Verfolgung von Verbrechen gegen die polnische Nation, alle Rechte vorbehalten

Büro für öffentliche Bildung im Institut für nationales Gedenken, ul. Wołoska 7, 02–675 Warszawa, Polen Kontakt: karol.madaj@ipn.gov.pl www.ipn.gov.pl/gry

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